Platonische Freundschaft

Ist mir aber egal, was die Leute denken. Mit Joy kann ich Faxen machen, aber auch über Politik oder Musik diskutieren und rumphilosophieren. Zwar habe ich auch einen guten Freund, aber generell kann ich mit Freundinnen eher über Gefühle reden. Frauen sind für mich irgendwie die besseren Freunde. Trotzdem wirken solche Freundespärchen auf viele noch immer irgendwie verdächtig. Läuft da wirklich nichts? Muss nicht — wie bei Harry und Sally im Film — zwangsläufig eine sexuelle Beziehung entstehen, wenn Mann und Frau sich so nahe sind?

Und er bestätigt ein Klischee: Dass nicht jeder rein platonische Absichten verfolgt, fand die amerikanische Kommunikationsforscherin Heidi Reeder bei ausgiebigen Umfragen heraus. Immerhin 28 Prozent der Befragten fanden ihren engen Freund oder ihre enge Freundin körperlich anziehend, 14 Prozent sehnten sich sogar insgeheim nach einer Liebesbeziehung, und 39 Prozent hatten zumindest früher romantische Absichten gehabt. Die Mehrheit der Teilnehmer aber empfand keine romantische oder sexuelle Anziehung ihren Freunden gegenüber.

Und die Freundschaft hatte für die meisten Priorität, sie wollten die Beziehung nicht verändern. Zu diesem Ergebnis kamen kürzlich auch zwei Forscher der Universität Athen: Zwar kann sexuelle Anziehung eine Herausforderung sein, die Freundschaft ist in vielen Fällen aber stärker. Klicken Sie auf das Bild, um auf die Seite des Magazins zu gelangen Leichter ist es natürlich, wenn zumindest einer der beiden Freunde bereits vergeben ist, sagt der Evolutionspsychologe Lars Penke.

Als Joy über Freunde Jandrik kennenlernte und sie eine Woche lang zusammen auf einem Musikfestival kampiert hatten, wusste sie, dass er von nun an einen Platz in ihrem Leben haben sollte. Aber eben nur als guter Freund. Einen Partner hatte sie schon. Mit dem ist sie seit mittlerweile elf Jahren zusammen, inzwischen haben sie auch ein Kind. Frauen hingegen seien wählerischer. Dahinter stecke eine einfache evolutionsbiologische Annahme: Ein Mann, der mit 20 Frauen schläft, produziert sehr wahrscheinlich mehr Nachkommen als ein Mann, der nur mit einer Frau schläft.

Eine Frau hingegen, die mit 20 Männern schläft, wird nicht unbedingt mehr Babys gebären als eine Frau mit nur einem Sexpartner. Die Teilnehmer der zweiten Befragung waren ebenfalls mit einer Person des anderen Geschlechts befreundet, befanden sich aber zudem in einer festen Partnerschaft. Die Probanden sollten die Vor- und die Nachteile einer zwischengeschlechtlichen Freundschaft aufzählen sowie die eigene Liebesbeziehung analysieren.

Alle Befragten zählten mehr Vor- als Nachteile auf. Männer wie Frauen schätzten besonders den "Einblick in die Gedankenwelt des anderen Geschlechts". Allerdings empfanden viele Teilnehmer die Anziehungskraft zwischen den Geschlechtern als eher hinderlich für eine Freundschaft. Die Psychologen erkannten zudem folgenden Zusammenhang: Je mehr sich die Probanden von ihrem Freund oder ihrer Freundin angezogen fühlten, desto unzufriedener waren sie in ihrer eigenen Partnerschaft.


Platonische Freundschaften zwischen Mann und Frau ?

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