Wacken Sexuelle Ubergriffe

Ich habe mich hochheben lassen und schon ging es los. Allerdings dauerte es nicht lange, da fingen die Leute an, an mir rumzutatschen. Man MERKT den Unterschied. Im Gegenteil, es griffen Hände nach meinen Brüsten und mindestens drei Personen versuchten sogar ihre Finger in meinen Genitalbereich zu rammen. Ich konnte mich nicht wehren, nur abwarten bis ich endlich weiter getragen wurde. Als ich endlich am Ende ankam, habe ich geweint- natürlich.

Die schreckliche Erkenntnis kam rasch. Die Männer, die mich da begrabscht haben, wussten vermutlich nicht mal, dass sie grade ein Kind betatschen. Das ist definitiv zu verurteilen. Ich habe mich gefragt, was passiert wäre, wenn ich statt einer Jeans eine lockere Hotpants angehabt hätte. Ich habe danach noch Mal versucht zu surfen und es ist wieder passiert! Ich habe andere Frauen nach ihren Erfahrungen gefragt und die haben mir gleiches erzählt!

Das kann nicht sein! Ich richte mich jetzt direkt an die Männer, die sowas schon einmal getan haben: Das sind genau die Dinge, die auch an Silvester passiert sind, nur in einem anderen Umfang. Warum zur Hölle tut ihr das? Ich bin mittlerweile 20 Jahre alt und Wacken weiterhin treu geblieben. Ich mache den Veranstaltern keine Vorwürfe. Die können keine Securitiy in die Mengen schicken und das Surfen überprüfen lassen. Es liegt allein an euch!

Behaltet eure widerlichen Griffel bei euch. Sowas kann mehr kaputt machen, als ihr denkt. Das reicht euch noch nicht an sexueller Gewalt? Wie wäre es dann damit?: Ich liebe diese Band! Deshalb habe ich mich ganz nach vorne gekämpft- ein fataler Fehler. Irgendein ekeliger Typ hat sich prompt hinter mich gestellt und an mich gepresst. Ich habe mir erst nichts dabei gedacht, es ist nunmal eng in der Masse. Es dauerte jedoch nicht lange, da fing er an sich an mir zu reiben, meinen Hintern zu betatschten.

Er fasste um mich herum, sodass ich mich nicht mehr bewegen konnte und versucht in meinen BH zu greifen. Ich dachte schon jetzt ist es letztendlich soweit. Und wenn man für das Thema sensibilisiert ist, dann nimmt man Situationen natürlich auch anders wahr. Wenn einem etwas komisch vorkommt, kann man auch einfach mal hingehen und sagen: Hey, bei euch alles in Ordnung?

An mögliche Täter kann das schon das entscheidende Signal sein: Die passen hier auf. Diese Wirkung wird oft unterschätzt. Was kann man tun, um auf dem Festival so sicher wie möglich unterwegs zu sein? Da gibt es natürlich einige Tipps: Wichtige Dinge am Körper tragen, nicht in einer Tasche, die geklaut werden könnte. Mit einer Gruppe unterwegs sein, in der man sich wohlfühlt und Treffpunkte ausmachen, wenn man sich verliert und genau dann das Handynetz zusammenbricht. Keine Getränke von Fremden annehmen und den eigenen Drink immer im Auge behalten.

An sich alles Ratschläge, die man schon oft gehört hat. Und wenn ich jetzt all diese Tipps gebe, muss dabei klar sein: Das soll in keinster Weise suggerieren, dass Betroffene selbst Schuld sind, wenn ihnen etwas angetan wird. Man hört das ja immer wieder: Die war aufreizend gekleidet, hat geflirtet, war betrunken. Diese Täter-Opfer-Umkehr, das sogenannte Victim Blaming, ist ein klassischer Vergewaltigungsmythos.

Denn Schuld dafür tragen die Täter. Das Victim Blaming kann fatale Folgen haben, denn es führt dazu, dass die Betroffenen sexueller Gewalt sich keine therapeutische Hilfe suchen und die Taten nicht anzeigen. Was kann ich denn in einer konkreten Notsituation tun? Oft startet es ja als harmloser Flirt, aber der andere kommt einem irgendwann zu nahe.

Gerade wenn beide betrunken sind, kann das eine Situation sein, der man nicht einfach entkommt. Man muss klar sagen, wenn die eigene Grenze erreicht ist, auch wenn es einem unhöflich oder peinlich erscheint. Das ist es nicht. Und merkt man, dass man alleine nicht aus der Situation herauskommt, kann es helfen, umstehende Personen ganz gezielt anzusprechen: Sie mit dem grünen Hemd, bitte helfen Sie mir!

Leider zeigen Fälle immer wieder, dass andere sonst oft erst spät oder gar nicht eingreifen. Sie wachte unbekleidet auf und andere Besucher erzählten ihr, dass sie jemanden aus dem Zelt haben kommen sehen, der gesagt habe, dass sie es offenbar mit jedem treibe. Ein Arzt, den sie aufsuchte, stellte dann die Vergewaltigung fest.

Ja, solche Fälle gibt es leider, dass Frauen in Tiefschlaf fallen, weil es zu viel Alkohol war, sie vielleicht auch schon sehr lange unterwegs sind und wenig gegessen haben.


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